Die LMBV ist verpflichtet Umweltschäden, die infolge der betrieblichen Tätigkeit bis 1989 auf dem Werkgelände der Schwarzen Pumpe entstanden sind, zu sanieren. Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel werden durch den Bund und die Länder zur Verfügung gestellt. Die Verpflichtungslage für die LMBV am Standort Schwarze Pumpe wurde durch die Bergämter in Sachsen und Brandenburg in einheitlichen Abschlussbetriebsplänen geregelt/vorgegeben.
Hierzu gehört auch ein Messnetz aus Grundwassermessstellen (GWM) und Oberflächenwassermessstellen, welches zur stetigen Verbesserung des Kenntnisstandes über den Zustand des Grundwassers erweitert wird. Jede neue Bohrung trägt hierbei zur Verdichtung des Kenntnisstandes über die Bodenbeschaffenheit bei.
Mehrere dieser GWM befinden sich bereits seit Jahren auch in und um die Ortschaft Zerre.
Die Grundwasserfließrichtung am Industriestandort Schwarze Pumpe ist seit ca. 2013 -nach der Einstellung der Sümpfung der Tagebaue- nach Nordosten gerichtet (vom ISP hin zum Hauptvorfluter Spree). Zur Überwachung des Abstroms, der historisch bedingt auch mit Schadstoffen belastet sein kann, wurden im Bereich der K-Straße und der Straße Oberdorf neue GWM in den letzten Jahren errichtet, u.a. auch die Messstellengruppe MP113.
Vom östlichen Werkgelände bis ca. zur Spreeaue existiert ein Zwischenstauer aus nicht bis sehr schwer durchlässigen Schichten. Dieser Zwischenstauer trennt hydraulisch die oberen Grundwasserleiter von den unteren Grundwasserleitern. Diesem Sachverhalt geschuldet hat die LMBV die GWM mit Filterlagen in unterschiedlichen Teufen errichtet und erhebt kontinuierlich Daten zur Grundwasserströmung und Grundwasserbeschaffenheit im Rahmen des behördlich beauflagten Monitorings.
An der GWM MP113/42 wurden in 42 m unter Oberkante Gelände Schadstoffe analysiert. Gemäß dem aktuellen Kenntnisstand handelt sich um eine lokal begrenzte Schadstoffbelastung, welche aufgrund des Zwischenstauers nicht weiter aufsteigen kann und auch in größeren Tiefen bislang nicht detektiert wurde.
Die aktuellen Monitoringdaten weisen derzeit kein weiteres Nachlieferungspotential für Schadstoffe aus dem Werkgelände aus. Wir gehen daher -stark vereinfacht- von einer lokalen „Benzolblase“ aus. Zur Ermittlung der vertikalen/horizontalen Ausdehnung wurden in 2025 zunächst 4 neue Messtellengruppen errichtet, mit Filterlagen über und unter dem Zwischenstauer. In den neu errichteten und den bereits existierenden GWM (z.B. an der K-Straße) sind derzeit keine signifikanten Schadstoffbelastungen festzustellen.
Basierend auf dem aktuellen Kenntnisstand wird gegenwärtig durch die von der LMBV beauftragten Gutachter keine Gefahr für Leben und Gesundheit sowie keine Gefahr für die Spree und die Trinkwasserversorgung ausgewiesen. Zur „Benzolblase MP113/42“ finden regelmäßig Fach- und Arbeitsgespräche mit zuständigen Behörden (untere Wasserbehörden / Bergämter) statt.
Gegenwärtig finden zur weiteren räumlichen Eingrenzung im Auftrag der LMBV Pump-/Absaugversuche an der GWM 113/42 mittels Saugfahrzeug der Fa. Lobbe statt. Hierbei werden ca. 70.000 Liter Grundwasser täglich aus ca. 42-44 m Tiefe gehoben, zur ABA II im Industriepark transportiert und dort vollständig gereinigt. Die Absaugvorgänge bewirken einen Rückgang der Schadstoffkonzentrationen in der MP113/42. Das Absaugen der GWM wird kontinuierlich analytisch begleitet/ausgewertet.
Für das derzeitige Vorgehen der LMBV bitten wir daher die Ein-/Anwohner von Zerre um Verständnis. Wir sind bestrebt, etwaige Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten! Für ein informatives Gespräch und die Beantwortung ggf. noch offener Fragen stehen wir Ihnen, gern auch vor Ort in Zerre, zur Verfügung.
Joachim Schmidt Projektmanagement VL4
Sanierungsbereich Lausitz
Lausitzer und MitteldeutscheBergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH
Knappenstraße 1, 01968 Senftenberg